BRIEFING.

/Mitteilung./ Kurzes Briefing zu den “Briefen”, liebe U. …

Die “Briefe an den unbekannten Mäzen” sind in zwei voneinander unabhängigen Phasen – zwischen 2012 und 2015 – entstanden. Der ersten Phase liegt eine Vereinbarung mit diesem Mäzen zugrunde, der sich anbot, mein Überleben für den Zeitraum von einem Jahr zu finanzieren. Im Gegenzug schrieb ich ihm jeden Tag einen Brief. Obwohl ich über dieses Setting anfangs sehr froh war, kündigte ich es nach 8 Monaten vorzeitig auf. Die Gründe dafür sind zu komplex, um sie hier zu erklären. Auch gehen sie aus den Briefen dieser Zeit hervor. Ein gutes Jahr später begann die zweite Phase, aus der ich bei unserem Atelierabend lesen werde. Wieder schrieb ich jeden Tag einen Brief an den Mäzen. Aber diesmal ohne Gegenleistung und aus einer freien Entscheidung heraus. Ein Riesenunterschied, wie mir sehr schnell klar wurde. Ein Unterschied, der auf der Unvereinbarkeit von einer “Leistung” und einer “freien Gabe” beruht und in den Briefen dieser Zeit immer wieder thematisiert wird. Insofern kann man die Briefe als eine Form der Auseinandersetzung mit den Bedingungen künstlerischen Arbeitens in unserer Leistungsgesellschaft sehen, an denen sie sich stoßen. Künstlerisches Arbeiten braucht “Raum”. Einen inneren, geistigen Raum, wie auch einen äußeren Resonanzraum, den man als Künstlerin oder Künstler mit anderen teilt. Die große Frage ist:

Wer gibt uns diesen Raum?

Vielleicht kannst Du das den Leuten vor der Lesung kurz erklären?

Hug,
K.